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So, da bin ich wieder mal. Danke admin und lantana für Euer freundliches Feedback. Ich möchte heute kurz erklären, warum ich hier als "Freudenhaus" auftrete. Das hat natürlich nichts mit der Bedeutung des Volksmundes zu tun, also bitte nicht nach rot beleuchteten Fenstern ausschau halten :-)
Als ich nach Spanien kam, war ich sehr blauäugig und naiv. Zum Glück muss ich heute sagen, wenn man schon vorher ahnt, was da auf einen zukommen kann, dann fällt die Entscheidung im eigen Land zu bleiben sehr leicht. Also, mein Enthusiasmus war riesengross, ich platzte fast vor Tatendrang und mich konnte ja keiner aufhalten. Ich fühlte mich total toll, wie weit ich es schon geschafft hatte und gab dies auch allen kund, ob es einer hören wollte oder nicht; keiner blieb verschont und ich muss in der Zeit ziemlich nervig gewesen sein:-)) hier an alle die darunter leiden mussten: SORRY !!!! Naja, ich war ja schliesslich ausgewiesene "Spanienexpertin", das glaubte ich zumindest ...... nun gut, so verbrachte ich die ersten Jahre damit, mein Schulspanisch strassentauglich zu machen (damit bin ich eigentlich immernoch beschäftigt)und nach einer dauerhaften Bleibe ausschau zu halten. Ich hatte natürlich keine Ahnung, wie schwer das hier ist langfristig etwas zum wohnen zu finden. Ich sah immer nur überall die Schilder: Se alquila, zu vermieten. Na, dachte ich, das ist ja hier ein Überangebot, wie kann das denn sein, es ist doch so schön hier, da muss doch eigentlich alles aus den Nähten platzten voller Leute ....super, da finde ich schnell was. Diese Naivität führte mich doch tatsächlich in rasanter Schneller zu einem typisch andalusischen Häuschen, und ich bekam nach meiner herrlich erfrischenden ,naiven Vorstellung beim Vermieter einen Mietvertrag für zwei Jahre. Ich hatte immernoch keinen blassen Schimmer, welches Glück ich da hatte. Ich richtete mich also ein, kämpfe monatelang mit der Telefonica wegen meiner Telefonanschlüsse, feierte schöne Feste in meinem schönen, andalusischen Garten, und ehe ich mich versah waren auch schon einanhalb Jahre vergangen und er Vermieter stand vor der Tür und bat mich nach dem vollendeten zweiten Jahr auszuziehen, da er das Haus wieder für sich selbst in Anspruch nehmen wollte. Naja, dachte ich mal wieder, der kommt aber früh damit, ich habe ja noch viel Zeit.... immer noch dumm wie eine Schippe Sand vor Ahnungslosigkeit, liess ich eine Woche nach der anderen verstreichen, im Glauben daran, dass ich wieder schnell was finden würde. Dios mío, kann ich da nur sagen. Es war ein ewiges suchen und es kostete mich viele Flaschen Wein und zum Schluss eine Flasche Whisky, durchheulte Nächte, Verzweiflung bis hin zu miesen und üblen Beschimpfungen (also natürliche nur zu Hause) über meine spanischen Mitbürger, weil ich einfach nichts langfristiges zum wohnen fand. Bueno, ich musste also meine Strategie ändern. Ich hoffe Ihr habt alle Bärbel Mohr gelesen "Bestellung beim Universum" . So, jetzt musste alles herhalten, von Pendeln bis Kartenlegen über die grossen Meister zu all den tollen Engeln ...... Sorry Ihr lieben Männer, Frauen haben in Problemzeiten damit weniger Berührungsänste .... zumal der Weingeist immer zu gegen war, und wenn ich heute so darüber nachdenke, ich habe immer alles gleich vergessen. Um nicht völlig durchzudrehen reichten mir schon Vokabeln wie; alles wird gut, Geduld, langsame aber stete Entwicklung .... Also, dann hatte ich meinen neuen Plan: ich dachte ersmal darüber nach , was ich alles haben will, ein Haus mit vielen Zimmern und Bädern, in meinem Dorf wollte ich bleiben , am Stadtrand, der Vermieter sollte möglichst null Bock auf seine Hütte haben, wenn´s geht auch bitte ausserhalb meines Lebensumfelds leben, sich total darüber freuen eine so tolle Mieterin zu bekommen: una alemana , zahlungskräftig y responsable, und ich wollte natürlich einen langfristigen Mietvertrag!!!!. Dann machte ich mich erneut auf die Suche !!!! Ihr lieben, ich halte mich jetzt kurz, denn das alleine wäre eigentlich Spielfilmreif, wie eins zum anderen gekommen ist .... aber, Ihr ahnt es jetzt schon .... genau das alles, wie ich es mir gewünscht habe, habe ich bekommen. Jedoch muss ich sagen, die Einstiegskonditionen waren knallhart und viele haben mir abgeraten, mir blieb jedoch nichts anderes übrig und man hat mich auch nicht über den Tisch gezogen, es war halt einfach nur sehr schwer den Beginn zu machen mit Fianza y aval .....
So, und nun endlich zu meinem "Namen" Freudenhaus: Von der ersten Minute der Besichtigung des Hauses bis zum jetzigen Zeitpunkt habe ich nur schöne und gute Erlebnisse hier gehabt. Vor allem, weil bei mir viele Menschen ein und aus gegangen sind, die mir viel Freude, Mut und Unterstüzung geschenkt haben. Es war bisher immer jemand darunter, der super kochen konnte und viele Musiker haben oft durch schöne kleine Konzerte die Abendmahle bereichert. Viele schöne, offene und herzliche Gespräche wurden geführt, es flossen auch viele Tränen und es wurde viel gelacht und getanzt. Und bei so viel Freude in meinem Haus .... nun, da ist der Name Programm.
In diesem Sinne, ich wünsche Euch viel Freude und vor allen ehrliche, warmherzige und liebe Menschen um Euch herum, damit wir bald viele "Freudenhäuser" in diesem Land haben.
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